Xbox-Classics: Forza Motorsport Review

Auf der E3 2004 hat Microsoft nicht Geringeres versprochen als das ultimative Rennspiel für die Xbox. Seit einem Jahr geistert der Begriff „Forza Motorsport“ nun durch die Xbox-Szene. Nach und nach veröffentlichte kleine Info-Häppchen sollten den Appetit auf das Spiel auf einem gleichbleibend hohen Niveau halten. Allzu gern wird das Spiel mit irgendeinem Rennspiel von Sony verglichen. Das allerdings ist Unsinn, denn dieses Spiel wird es für die Xbox nie geben. Vielmehr muss Forza Motorsport sich an zwei Rennspielen messen, die auf der Xbox unangefochten die Spitze besetzten. Auf der einen Seite RalliSport Challenge 2 mit seinen wunderschönen atmosphärischen Landschaften und detaillierten Fahrzeugen samt einem ausgefeilten Schadensmodell. Auf der anderen Seite steht Project Gotham Racing 2, ein Spiel mit perfekter Spielbarkeit und einem bis heute nicht wieder erreichten perfekten Online-Modus. Beides übrigens Spiele von Microsoft. Die Konkurrenz im eigenen Hause ist also groß.

Der Ansatz von Forza Motorsport ist aber ein gänzlich Anderer als in den beiden erwähnten Spielen. Es geht in erster Linie um Realismus. Um Simulation. Ein großer Stab von Entwicklern und Rennfahrern hat alle Fahrzeuge auf Herz und Nieren geprüft, vermessen, gewogen und schließlich so exakt wie möglich ins Spiel übernommen. Ziel war die Simulation des tatsächlichen Fahrverhaltens jedes einzelnen der 231 im Spiel integrierten Fahrzeuge. Schließlich wurden Vergleichsfahrten durchgeführt, die zeigen sollten, dass man auf im Spiel enthaltenen realistischen Rennstrecken fast identische Rundendzeiten verglichen mit ihren realen Vorbildern erzielen kann.
Realismus

„Verdammt rutschig hier“ wird man sich denken, wenn man das erste mal von der Rennstrecke segelt und den Sand umpflügt. Und diese Ausritte ins Kiesbett wird man anfangs öfter erleben als einem lieb ist. Denn das Fahrverhalten der Autos unterscheidet sich grundlegend von den meisten Spielen dieses Genres. Die Entwickler wollten nichts Geringeres als die perfekte Simulation realer Fahrzeuge auf die Xbox bringen. Bereits in der ersten Kurve merkt man, dass ihnen die Simulation der Fliehkräfte hervorragend gelungen ist. Verpasst man den optimalen Bremspunkt vor einer Kurve, wird man gnadenlos von der Schwerkraft mitgerissen und gegen eine Bande geschleudert oder landet in einer der Auslaufzonen abseits der Strecken. Man spürt, wenn der Wagen droht, seitlich wegzurutschen oder gnadenlos geradeaus zu schieben, weil man mal wieder eine Kurve unterschätzt hat. Steuert man ein vor Kraft strotzendes PS-Monster wie den „Enzo Ferrari“, kommen noch die immensen Beschleunigungskräfte hinzu. Gibt man nicht gefühlvoll Gas, kann es passieren, dass das Fahrzeug selbst bei 130 Stundenkilometern noch ausbricht oder sich dreht. Dieses teils tückische Fahrverhalten wird begleitet von einem Schadenmodell, das sich nicht nur optisch auf die Fahrzeuge auswirkt, sondern bei zu heftigen Kollisionen zum totalen Stillstand führen kann. Wenn das eigene Auto nur noch stark nach rechts zieht und sich kaum noch geradeaus lenken lässt, dann hat man kaum noch Chancen, das Rennen siegreich zu beenden.

Die umfangreiche Fuhrpark ist in diverse Leistungsklassen eingeteilt. Als Anfänger fährt man noch recht harmlose Familienkutschen und etwas schwachbrüstige Sportautos. Das Fahrverhalten dieser Fahrzeuge ist harmlos. Zwar rutschen auch sie einem unvorsichtigen Fahrer gern von der Strecke, ein Ausbrechen bei zu starkem Beschleunigen ist aber kaum möglich. Man beginnt sich vielleicht zu wundern, ob das so bleiben wird. Nein, wird es nicht. Diese gemütlichen „Ausflüge“ enden fast schlagartig mit Erreichen einer bestimmten Stufe und man wird mit Autos konfrontiert, die keinen Fahrfehler verzeihen, die kein zu forsches Gasgeben zulassen. Eine Corvette mit einer Leistung von über 600 KW ist eine wahre Wildsau. Man hat Anfangs sogar Probleme, eine gerade Strecke unfallfrei zu fahren. Da hilft keine Traktionskontrolle, sondern nur der gefühlvolle Umgang mit Gas und Bremse. Auch die Wahl der richtigen Reifen kann ein Rennen entscheidend beeinflussen.

Damit dieser Realismus nicht zur Spaßbremse wird, kommt hier ein weiterer Schwerpunkt von Forza Motorsport ins Spiel. Das Tuning und die Feinabstimmung der Autos. Zuerst hat man die Möglichkeit, die Leistung der Fahrzeuge durch zahlreiche Umbaumaßnahmen zu steigern. Dazu bedient man sich in der Werkstatt aus diversen leistungssteigernden Bauteilen wie neuen Motorblöcken, Getrieben, Schwungscheiben, Kupplungen, Spoilern, Rennreifen und so weiter. So kann man einen harmlosen Audi TT in eine Rakete auf Rädern verwandeln. Damit die Autos dann aber vor lauter Kraft auch noch fahren können, darf man nach Herzenslust die Einstellungen verändern und anhand von Leistungskurven und Messwerten sein Auto so abstimmen, wie man es haben möchte. Ob nun Reifendruck, Schaltzeiten oder Bremsbalance, kaum ein Aspekt bleibt unverändert. Ob diese feinen Änderungen einen durchschnittlich begabten Fahrer allerdings weiterbringen, darf man getrost bezweifeln. Die letzten Details werden nur Spieler wirklich „erfahren“, die über längere Zeit konstant gleiche Rundendzeiten fahren können und eventuell ein Lenkrad einsetzen. Doch, ob man dieses Potenzial nun ausschöpft oder nicht, die Entwickler haben zu jedem Fahrzeug authentische Leistungsdaten und Tuningteile ins Spiel eingebaut, die den Anspruch an eine realistische Umsetzung untermauern.

Deutlich bemerkbar macht sich bei späteren Langstreckenrennen der Verschleiss von Reifen und auch den Tank sollte man im Auge behalten.

Trotz aller Probleme, die man Anfangs vielleicht mit dem Realismus der Fahrzeuge hat, bleibt das Spiel mit zunehmender Übung jederzeit beherrschbar. Die Spielbarkeit ist nahezu perfekt.

Ich bremse nur für Tiere

Sie sind gut. Sie sind wirklich sehr gut, die vom Computer gesteuerten Fahrer in Forza Motorsport. Manchmal sind sie wahre Rüpel und schubsen einen rücksichtslos von der Strecke oder fahren einem das Auto zu Schrott, wenn man sich nicht in Sicherheit bringt. Dieses Verhalten nimmt allerdings nie ein unfaires Ausmaß an. Man hat fast immer das Gefühl, dass sie ebenfalls um die Ränge kämpfen. Dies sind schließlich Rennen und keine Familienausflüge. Was die Gegner besonders auszeichnet, ist, dass sie nur selten Fehler machen. Besonders auf der höchsten der drei Schwierigkeitsstufen sind sie eine knallharte Konkurrenz. Mit gleichwertigen Fahrzeugen hat man kaum eine Chance, sie nach einem Ausritt ins Kiesbett wieder einzuholen. Da hilft nur eins: „Geballte Feuerkraft“. Um überhaupt eine Chance zu haben, stopft man sein Auto mit allem voll, was gut und teuer und schnell ist. Man muss dabei nur Acht geben, dass man sein Auto nicht so sehr tunt, dass man in eine andere Leistungsklasse rutscht. Hier stellt man allerdings wieder fest, dass dann die Gegner oft kaum noch Chancen auf einen Sieg haben. Der Schwierigkeitsgrad ist in dieser Hinsicht ein wenig unausgewogen. Doch es gibt im späteren Verlauf genügend Rennen, die ein getuntes Fahrzeug nicht zulassen. Dann muss man mit einem serienmäßigen Boliden Vorlieb nehmen. Die Herausforderung an den Spieler bleibt also auch nach Stunden noch sehr hoch. Wer noch immer nur die Rücklichter der anderen Fahrer sieht, kann von einem frei wählbaren Schwierigkeitsgrad profitieren. Man kann die KI der Gegner herabsetzen, das Schadensmodell deaktivieren, Fahrhilfen hinzuschalten und eine sehr nützliche Hilfslinie einblenden, die die optimalen Bremspunkte farblich kennzeichnet.

Grafik

Vor mehr als einem halben Jahr veröffentlichte Microsoft eine sehr frühe Demoversion des Spiels. Dass das keine kluge Entscheidung war, wurde schnell aus den Reaktionen der Spieler ersichtlich. Enttäuschung machte sich breit. Die Grafik war nicht gerade spektakulär. Zudem enthielt die Demo einen einzigen – eher langweiligen – Rennkurs.

Als dann erste Berichte von frühen Versionen auftauchten, die dem Spiel attestierten, dass es zwar hübsch aussieht, aber nicht immer sehr flüssig läuft, war die Enttäuschung groß. Wer seine Erwartungen nicht von Anfang an in ungeahnte Höhen geschraubt hat, wird auch nicht enttäuscht werden. Wer jedoch von Forza nichts Geringeres als das ultimative Grafikfeuerwerk erwartet hat, wird ein wenig ernüchtert werden. Forza Motorsport bietet wahrlich keine schlechte Grafik, aber sie bleibt streckenweise hinter Spielen, die bereits seit mehr als einem Jahr auf dem Markt sind. Von einem Vorzeigeprojekt wie diesem hätte man etwas mehr erwartet. Die Fahrzeuge sind dabei noch eines der Highlights und überzeugen durch eine feine Modellierung, exakt nachgebildete Anbauteile etwas steif wirkende Fahrer in den Cockpits. Details wie rot glühende Bremsscheiben sind sehr schön anzusehen und zeugen von Liebe zum Detail. Manchmal sehen weit entfernte Autos allerdings sehr undeutlich aus. Ganz so, als würde mit zunehmender Entfernung der Grad an Details rapide abnehmen. Auch die Texturen von Aufklebern wirken arg pixelig. Dies wird vielleicht verständlich, wenn man berücksichtigt, dass jedes Fahrzeug nach Belieben mit Aufklebern, Farben und Spoilern geschmückt werden kann. Dazu hat man in das Spiel ein kleines Malprogramm eingebaut. Damit wird es möglich, auf beinahe jeder freien Fläche der Fahrzeuge vorgefertigte Aufkleber anzubringen. Diese Aufkleber wiederum werden in bis zu 100 Schichten übereinander gelegt, gedreht, verschoben. Damit und mit zahlreichen Farbgebungen des Lacks können abertausende individueller Designs erstellt werden. Ein solches Design kann gespeichert und auf andere Fahrzeuge der gleichen Klasse übertragen werden. Warum man ein solches Design aber nicht auf alle seiner Fahrzeuge auftragen kann, ist unverständlich.

Nicht unerwähnt sollte das Schadensmodell bleiben, das nach einer Kollision deutlich sichtbare Spuren am eigenen Fahrzeug hinterlässt. Der schöne glänzende Lack, den man am Start noch auf seinem Auto hatte, verwandelt sich schnell in silbernes Blech. Karosserieteile verformen sich und Scheiben bersten und fallen splitternd auf die Fahrbahn. Etwas schade ist, dass starke Schäden nur zum Abfallen von Spoilern führen. Eine Motorhaube, Reifen oder eine Tür wird man nie verlieren. Dies scheint eine Vorgabe der Hersteller zu sein.

Enttäuschend sind hingegen die Strecken. Ein Großteil der Strecken besteht aus reinrassigen Rennkursen. Es liegt in der Natur solcher Rennstrecken, dass sie nicht viel für´s Auge bieten und landschaftlich einfach nur langweilig sind. Die Randbebauung besteht aus der Boxengasse, einigen Gebäuden und hin und wieder Tribünen. Nur selten fährt man auf bergigen Strecken, die abseits der Piste so etwas wie eine Atmosphäre vermitteln. Die Stadtkurse und dabei besonders New York sind da schon etwas abwechslungsreicher, sie können das recht lahme Gesamtbild der Strecken jedoch nicht nachhaltig positiv beeinflussen. Auch wechselnde Wetterverhältnisse sucht man vergeblich. Die zwei Rennkurse in Silverstone beispielsweise fährt man stets bei gleichem bewölkten Himmel. Dies wird mit zunehmender Spieldauer etwas eintönig.

Die Objekte am Streckenrand, ob nun auf den Rennstrecken oder den Stadtkursen sind nett anzuschauen. Sie sind nicht herausragend hässlich, aber auch nicht besonders detailliert.

Über die Pappaufsteller, die die Zuschauer darstellen sollen, breitet man lieber das Mäntelchen des Schweigens. Pixelige Umrisse von Menschen, die sich nicht einmal bewegen, sind eine Peinlichkeit und man hätte sie lieber weglassen sollen.

Harte Arbeit

Der Umfang des Spiels ist seine wahre Stärke. Karriere – und Arcademodus warten mit unzähligen Aufgaben. Man muss zahllose Wettbewerbe bestreiten, bis man alle 231 Autos freigespielt hat. Von wenigen Runden bis zu ermüdenden Langstreckenrennen mit Boxstrategie reicht das Spektrum der Herausforderungen. Kaum ein Rennen gleicht dem anderen. Meistens muss das Auto dabei eine bestimmte Voraussetzung erfüllen, um teilnehmen zu dürfen. Diese Voraussetzungen reichen von bestimmten Leistungsklassen über das Baujahr oder auch über die Antriebsart. Es wird sehr lange dauern, bis man das Spiel mit 100% abgeschlossen hat. Hat man genügend Geld beisammen, hat man die Qual der Wahl, welches Fahrzeug man für ein bestimmtes Rennen kauft und wie man es aufmotzt und abstimmt, um die bestmögliche Leistung auf der Strecke abzuliefern. Dabei geht es in erster Linie um die Siegprämien. Je mehr man verdient, desto schneller erreicht man höhere Ränge und desto schneller spielt man neue Fahrzeuge frei. Der selbst gewählte Schwierigkeitsgrad bestimmt dabei entscheidend die Höhe der Siegprämien. Entscheidet man sich für das Hinzuschalten von Fahrhilfen und für das Herabsetzen der Gegner-KI, dann wird man mit nur wenigen Credits belohnt. Schraubt man den Schwierigkeitsgrad nach oben, muss man sich bereits nach kurzer Zeit um das liebe Geld keine Sorgen machen. Je mehr Rennen man als erster beendet, desto mehr Fahrzeuge werden einem kostenlos in die Garage gestellt. Von dem eigenen Rang ist auch abhängig, ob man zu Herstellern von Tuningteilen oder Fahrzeugen eine gute Beziehung aufbaut. Dies zahlt sich in barer Münze aus, denn satte Rabatte winken als Belohnung. Welchen Wettbewerb man dabei zuerst angeht, bleibt einem weitgehend selbst überlassen. Die Qual der Wahl aus über 50 Herstellern ist eine Wonne. Vom allseits beliebten VW Beetle über einen Enzo Ferrari bis zu einem TVR Cerberra 12 reicht das Spektrum der verfügbaren Fahrzeuge. Die Fahrzeuge sind in Klassen und Unterklassen aufgeteilt. Somit bleibt ein breit gefächerter Wettbewerb stets gewährleistet. Perfekt gelungen ist in den Rennen die Rundumsicht, die stets für den Überblick über das Geschehen sorgt. Man kann die Kamera nicht nur zur Seite und nach hinten drehen, sondern auch nach schräg vorne und schräg hinten.

Sound

Die Entwickler haben zu jedem Fahrzeug seinen realistischen Motorensound aufgenommen. Ob man nun den Unterschied zwischen einer Mercedes Familienkutsche und einem Audi A4 heraushört, muss jeder für sich selbst entscheiden. Die Unterschiede zwischen einem RX-7 mit Wankelmotor oder einem Enzo Ferrari sind aber sehr wohl deutlich hörbar. Mit kreischendem Sound und deutlich hörbarem Turbo-Pfeifen rast man über die Strecken. Selbst das Kratzen des Getriebes hört man bei diversen der Fahrzeuge. Etwas dumpf klingt der Sound, wenn man aus der Innenansicht fährt. Hier hätte man sich gewünscht, die gleich Soundkulisse zu haben, wie in der Außenansicht. Die Geräusche bei Kollisionen zwischen zwei Fahrzeugen hingegen sind eher schlecht. Der rockige Soundtrack enthält einige wenige Musikstücke, die aber nicht besonders gut gelungen sind. Die Hitparaden wird diese Musik wohl nicht stürmen. Einen eigenen Soundtrack von der Festplatte kann man zum Glück jederzeit benutzen.

Meiner heißt „MiniMe“

Eine Besonderheit an diesem Spiel ist, dass man die Möglichkeit hat, sich einen eigenen Drivatar zu „züchten“. Dies ist ein computergesteuerter Fahrer, der sich den Fahrstil des Spielers aneignet. In diversen Fahrprüfungen muss man bestimmte Streckenbereiche nach Vorgabe befahren und je nachdem wie man sie gemeistert hat, wird daraus das Fahrverhalten virtuellen Ich berechnet. Diesen Klon darf man nun ins Rennen schicken. In einem Langstreckenrennen übernimmt er die Arbeit und man kann im zusehen. Diese Faulheit wird allerdings mit einem saftigen Geldabzug geahndet. Ob man in einem Rennspiel jemand anderen fahren lassen will, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Multiplayer

Von Anfang an war ein umfangreicher Online-Modus für Forza Motorsport geplant. Das merkt man an vielen Stellen dem Spiel auch an. So soll es allein über 1400 verschiedene Statistiken geben. Fährt man eine Strecke im Einzelspielermodus, werden erzielte Bestzeiten und auch Geisterwagen umgehend in die Weltranglisten eingefügt. Die Spieler haben die Möglichkeit, Autoclubs zu gründen und gemeinsam gegen andere Autoclubs anzutreten. Auch die Karriere kann man online mit Freunden oder Fremden bestreiten. Dieser Modus ist jedoch anders und nicht so umfangreich aufgebaut wie die eigentliche Karriere und etwas undurchsichtig. Das dünne Handbuch schweigt sich weitgehend dazu aus.

Wer handeln will, darf eine Lobby eröffnen, die als virtueller Bazar dient. Dort kann man die Autos der anderen Spieler bestaunen und sie ihnen abkaufen. Die Preise der Autos werden jedoch leider vom Spiel vorgegeben und können nicht verhandelt werden.

Das eigentliche Highlight des Onlinemodus sind die Rennen mit bis zu sieben weiteren Freunden. Sehr gut ist, dass Anfangs bereits sehr viele Fahrzeuge und alle Strecken zur Verfügung stehen. Die Modalitäten wie Kollisionen, Rundenzahl oder Fahrzeugklasse können nach Belieben festgelegt werden. hier hat der Host die totale Kontrolle.

Negative Seiten hat dieser Modus leider auch. So ist die Sprachverständigung bisweilen etwas abgehakt und Features, die Microsoft selbst in anderen Spielen eingeführt und teilweise perfektioniert hat, werden hier nicht verwendet. So werden Strecken beispielsweise nicht bereits im Hintergrund geladen und es dauert teilweise recht lange, bis ein Spiel startet. Dies führt auch dazu, dass man sich während der Ladepausen nicht unterhalten kann. Sprachnachrichten kann man nur verschicken, wenn man gleichzeitig eine Spieleinladung verschickt. Und die Anzeige in der Freundesliste verschweigt hin und wieder, was ein Freund gerade spielt. Downloads von neuen Strecken oder Fahrzeugen sind überhaupt nicht vorgesehen…

Der hohe Standard, den Microsoft mit Halo 2 eingeführt hat, wird hier leider nicht eingehalten.

Drumherum

An einigen Stellen wirkt das Spiel noch immer unfertig und man hat das Gefühl, dass es unter hohem Zeitdruck entstanden ist. So ist beispielsweise die Menüführung teilweise sehr umständlich und man wird gezwungen, unnötig in den Menüs zu navigieren. Die sehr billig und teilweise uneinheitlich wirkenden Menüs und grafischen Elemente der Navigation verstärken diesen Eindruck noch.

Fazit

Trotz aller Kritikpunkte an Grafik und Streckenauswahl ist Forza Motorsport ein sehr, sehr gutes Spiel und für jeden Rennspielliebhaber ein absoluter Pflichtkauf. Allein der schiere Umfang an Strecken und Wettbewerben und der umfangreiche Onlinemodus sind eine Garantie für monatelangen Spielspaß.

Eine Höhere Bewertung scheitert letztlich an Microsoft selbst, denn die außerordentlich hoch angelegte Messlatte durch RalliSport Challenge 2 und Project Gotham Racing 2 kann nicht erreicht werden. Vom Hersteller der Xbox darf und muss man erwarten, dass er die eigenen Standards immer wieder neu definiert und höher setzt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *